Kastration von Hunden
Sexualität des Hundes - Läufigkeit


Eine Hündin ist ca. ab dem siebten Monat geschlechtsreif und wir dann in der Regel zwei mal im Jahr läufig. Nur in dieser Zeit ist sie paarungsbereit. Die Läufigkeit dauert zwei bis drei Wochen; dabei wird die Hündin unruhig und aus der Scheide tritt blutiger Ausfluss aus. In der Vorbrunst, die etwa zehn Tage dauert, wehrt sie noch alle Rüden ab. Das ändert sich jedoch, wenn die Hochbr
unst beginnt, die einen Blutungsnachlass mit sich bringt und die Paarungsbereitschaft einläutet. Nähert sich von nun an ein Freier in eindeutiger Situation, lässt sie sich beschnuppern und legt den Schwanz zur Seite. Die Geschlechtsreife tritt beim Rüden ca. ab den neunten Monat ein. Im Gegensatz zur Hündin unterliegt seine Paarungsbereitschaft keinen bestimmten zeitlichen Beschränkungen. Ein Rüde, der eine läufige Hundedame riecht, will seinen Trieb befriedigen. Er wird unruhig, wimmert, heult, läuft weg und verweigert manchmal sogar die Nahrung. Kommt es zur Paarung, können es bei kleinen Hunden bis zu fünf Welpen und bei großen Hunden bis zu zehn Welpen werden.

Die Hündin:
Kastration ist die wirkungsvollste Lösung, wenn man auf Dauer Läufigkeit und Schwangerschaft verhindern will und die Gesundheit der Hündin bis ins hohe Alter erhalten möchte. Der beste Zeitpunkt ist vor der ersten Läufigkeit. Bei der Kastration werden die Eierstöcke und ein großer Teil der Gebärmutter entfernt. Dies führt zur Verhinderung von Läufigkeit, Scheinträchtigkeit und ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Brust- und Gebärmutterkrebs sowie Gebärmutterentzündung. Die Hormonumstellung bewirkt zwar, dass die Hündin mehr Nahrung aufnehmen will, jedoch kann man das Gewicht durch gezielte Fütterung und genügend Auslauf halten. Grosse Hündinnen können im Alter dazu neigen, Harntröpfchen zu verlieren. Aber auch dies ist durch eine hormonelle Behandlung, in den Griff zu bekommen.

Zwei weitere, jedoch nicht sehr empfehlenswerte Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung, sind die Sterilisation und die vorbeugende Spritze. Bei der Sterilisation werden die Eileiter durchtrennt. Sie ist eine Praktik, die heute kaum noch Anwendung findet, da die Wahrscheinlichkeit von Eierstockzysten und Gebärmutterentzündung nach der Operation zunimmt. Die gleichen Krankheiten können auch bei der vorbeugenden Spritze auftreten. Die Spritze muss alle vier bis fünf Monate gegeben werden und verhindert, dass die Hündin läufig wird. -

Der Rüde:
Die Kastration ist dann empfehlenswert, wenn der Hund dauert darunter leidet, dass er sich sexuell nicht ausleben kann. Symptome hierfür sind Abmagerung, Aggressivität und der Drang, ständig wegzulaufen. Der beste Zeitpunkt zur Durchführung der Operation liegt beim Rüden etwa bei der Vollendung des ersten Lebensjahres.

Bei der Kastration werden einfach die Hoden abgeschnitten. Dies macht den Hund ruhiger und er fühlt sich mehr zum Menschen hingezogen. Zudem nimmt das Risiko einer Prostataerkrankung ab, da diese zusammenschrumpft. Ferner werden der Vorhautentzündung und dem Hodenkrebs erfolgreich vorgebeugt. Bei der Sterilisation werden die Samenstränge durchgetrennt. Dadurch kann sich der Hund nicht mehr fortpflanzen. Nachteilig wirkt sich aus, dass Hypersexualität und Aggressivität erhalten bleiben.

Nach der Kastration dauert es ca. zehn Tage bis die Wunde verheilt ist und die Fäden gezogen werden können. In dieser Zeit sollte das Tier eine Halskrause tragen, damit es nicht an der Wunde leckt und sich die Fäden schon vorzeitig selber zieht. Verläuft alles normal, ist der Hund nach vierzehn Tagen wieder ganz der Alte.



Erfahrungsbericht - Kastration meines Rüden

Wir haben den ca. 8-jährigen Rüden Sancho im Oktober 2003 von Zwerge in Not e. V. übernommen. Ursprünglich wollten wir ihn nur als Pflegehund aufnehmen, aber dann haben wir uns so an ihn gewöhnt, dass wir ihn nicht mehr hergeben wollten.

Im Februar 2004 wurde er kastriert. Das war bei ihm medizinisch notwendig, da einer seinen Hoden sich unter der Bauchdecke befand. Der eingewachsene Hoden hätte im Körper wandern oder verkrebsen können. Die OP dauerte über eine Stunde und kurz darauf erwachte Sancho noch sehr mitgenommen aus der Narkose. Er wusste wohl nicht so recht, wie ihm geschah. „Leckaktiv“ wie er war, musste er noch am gleichen Tag einen Trichter um den Hals bekommen, da die Nähte der Wunde durch das Lecken aufplatzen hätten können. Die erste Zeit nach der OP war nicht sehr schön, da Sancho mit dem Trichter nicht zu recht kam. Sobald ich ihm ihn abnahm (zum Beispiel zum Spazieren gehen) nutzte er jede Unaufmerksamkeit von mir, sich wie besessen an den Wunden zu lecken, die sich dann auch beinah entzündeten.

Nach ca. 8 Tagen wurden die Fäden gezogen, den Trichter musste er aber noch ein paar Tage länger tragen. Doch die ersten Veränderungen in seinem Verhalten zeigten sich schon vorher. Mir wurde zwar gesagt, dass Verhaltens Änderungen frühestens nach 3-4 Monaten nach der Kastration eintreten, aber bei Sancho ging es richtig abrupt.

So änderten sich seine Essgewohnheiten: vorher war er ein Futtermäkler, jetzt schlingt er alles in sich rein, was er bekommen kann. Sogar geraspelte Karotten, die er vorher naserümpfend verschmähte. Manchmal nervt sein ständiges Betteln zwar, aber die positive Seite ist, dass ich ihn viel leichter abrufen kann als vorher, wenn ihn ein Leckerli lockt. Aber die wichtigste Verhaltensänderung ist, dass er nicht mehr so hypersexualisiert ist wie vor der Kastration. Früher hat er sich, sobald er auf einem Hundeauslauf von der Leine durfte, sofort ein hündisches „Opfer“ (meistens Weibchen, manchmal aber auch andere Rüden) gesucht und rammelte es bis zu Besessenheit. Er ließ solange nicht von ihm ab, bis entweder die belästigte Hündin nach ihm schnappte oder ich ihn einfing. Dazu musste ich regelmäßig um den halben Grundewaldsee jagen, um ihn zu kriegen. Ein Rufen mit dargebotenem Leckerli hat er gar nicht wahrgenommen. Spaziergänge mit ihm ohne Leine sind jetzt viel angenehmer und entspannter, weil er nicht mehr ständig wegläuft.

Die Begegnungen mit anderen Hunden verlaufen inzwischen auch anders. Vor der Kastration kam es öfter zu kleineren Rangeleien, da Sancho immer wieder versuchte, bei den anderen auf zureiten. Inzwischen ist er gar nicht mehr so interessiert an anderen Hunden und weicht ihnen sogar manchmal aus, bevor es zu einer Begegnung kommen kann. Und wenn sie sich beschnuppern, dann läuft er hinterher oft weg. Außerdem ist er anhänglicher geworden. Er sucht stärker unsere Nähe und fordert seine Streicheleinheiten ein. Ich kann nur jedem Besitzer empfehlen, seinen Rüden kastrieren zu lassen, vor allem dann, wenn er so hypersexualisiert ist. Das Zusammenleben wird so harmonischer. Viele Grüße Jenny mueller@mpib-berlin.mpg.de


 

 

 

Kastration von Katzen
Sexualität der Katzen Rolligkeit


Katzen werden in der Regel im Frühjahr rollig. Dies dauert meistens ca. sechs Tage und hört mit der Deckung auf. Wird die rollige Katze nicht gedeckt, tritt die Rolligkeit in gewissen Abständen immer wieder auf. Ihre Katze kann dann unsauber und unausgeglichen werden. Eine Katze kann zwei bis drei Mal im Jahr pro Wurf zwischen drei und sechs Junge bekommen. Wie äußert sich die Rolligkeit? Ihre Katze rollt sich auf dem Boden hin und her. Weiterhin ist sie schmusig, hebt ihren Schwanz hoch und kann des Öfteren anfangen, laut zu miauen.

Kastrieren / Sterilisieren:
Bei der Sterilisation werden der Katze die Eileiter und dem Kater die Hodenstränge unterbunden. Bei der Katze bleibt die Rolligkeit erhalten. Bei der Kastration werden der Katze die Eierstöcke und dem Kater die Hoden entfernt. Eine Sterilisation wird in der Regel nicht mehr durchgeführt.

Kosten:
Die Kosten für die Kastration eines Katers sind etwa um die Hälfte geringer als für denselben Eingriff an einer Katze. Generell gilt, dass sie von Tierarzt zu Tierarzt variieren. Über die Pflege und Versorgung nach der Operation (z. B. nach zehn Tagen Fäden ziehen lassen oder der Freilauf) lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt aufklären.

Mit welchem Alter darf ich meine(n) Katze / Kater kastrieren lassen?:
Ein Kater kann bei Frühreife ab dem fünften Monat, meist jedoch erst mit acht Monaten kastriert werden. Bei einer Katze kann die Operation im Alter von sechs bis zwölf Monaten durchgeführt werden. Bei Frühreife auch eher.

Vorteile / Nachteile:
Kastrierte Kater/Katzen können dazu neigen, zu zunehmen. Deshalb sollten Sie auf die Ernaehrung und Futtereinteilung achten. Durch die Kastration vergeht der strenge Geruch eines Katers. Des Weiteren streunen Kater nicht mehr Herum und geraten somit in keine „Raufereien”, bei denen sie sich Verletzungen und Erkrankungen holen können. Außerdem bleiben kastrierte Katzen und Kater weiterhin gute Mäusefänger, da sie nicht mehr soviel Zeit mit ihrem Sexualleben verbringen.

Warum kastrieren?:
Um die Vermehrung von Katzen zu stoppen, die zwei bis drei mal jährlich pro Wurf zwischen drei und sechs Junge bekommen können, müssen Katzen und Kater kastriert werden. Die Verantwortung für die optimale Unterbringung und somit die Pflege, Versorgung und menschliche Zuwendung für die unzähligen Katzenjungen kann nicht mehr gewährleistet werden. Außerdem können unkastrierte Kater bei der Deckung Viruserkrankungen, die sie durch Auseinandersetzungen mit ihren Artgenossen bekommen, auf die Katze übertragen. Ein Kater ist nämlich immer aktiv.